Über Uns

Jazzclub Heidelberg – ein Club mit Tradition

Der Jazzclub Heidelberg e.V. war ursprünglich eine Gründung von Heidelberger Musikern Ende 1973 mit dem Ziel, den Jazzgruppen in der Stadt und der Region Auftrittsmöglichkeit zu bieten und, wie es im ersten Programm hieß, „der Jazzhochburg Heidelberg wieder Impulse zu verleihen“. Im Keller des Gesellschaftshauses der Universität, dem „Haus Buhl“, fand am 1. Dezember 1973 das Eröffnungskonzert statt, danach war dort auch das erste Domizil des Jazzclubs. Die Heidelberger Gruppen spielten einen ganzen Monat umsonst, um der Initiative ein Basiskapital zu verschaffen. Federführend bei der Gründung waren die drei Heidelberger Gruppen Brassy Brew, Sorum und Neckartown Jazzbabies. Konzerte gab es an zwei Tagen der Woche mit vielen deutschen und internationalen Künstlern wie Albert Mangelsdorff, Volker Kriegel, Alexander von Schlippenbach, Jan Garbarek, Keith Tippett, Julie Driscoll, Clifford Jordan, Charlie Mariano, Cedar Walton, Kenny Wheeler und vielen anderen.

Das Jubiläumskonzert zum einjährigen Bestehen fand am 8. Dezember 1974 in der Heidelberger Stadthalle statt: eine Multi-Musik-Veranstaltung in allen Räumen u.a. mit Dixieland im Keller, Kammermusik im selbigen Saal, einer Eröffnung im großen Saal mit der eigens für diesen Abend zusammengestellten Jazzclub-Big Band und schließlich – als Höhepunkt – dem Auftritt des Gary Burton Quintetts mit Eberhard Weber und dem Duo Gary Burton/Ralph Towner. Der Abend war ein riesiger Erfolg und wurde vom Südwestfunk übertragen. Das Programm der Heidelberger Jazztage 1974-1976 wurde vom Jazzclub zusammen gestellt und brachte internationale Jazzgrößen wie Charles Mingus, Art Blakey, Dave Liebmann, Archie Shepp, „Hannibal“ Marvin Peterson, Charles Tolliver, Joachim Kühn, Yosuke Yamashita, Dudu Pukwana, Richard Beirach, George Adams oder Don Pullen in die Stadt.

Diese Jahre 1974-1978 waren eine intensive Zeit, natürlich auch immer verbunden mit ökonomischen und auch organisatorischen Problemen. Nicht wenige Musiker verließen die Stadt, einige wurden Profis oder beendeten ihre Musikeraktivitäten. Ende 1978 schloss der Jazzclub für sechs Jahre seine Pforten. Dann ergriff 1984 eine jüngere Generation Jazz-Enthusiasten die Initiative, atmete dem Club neues Leben ein und führte die Tradition der „Gründergeneration“ fort: mit Konzerten etwa von Steve Lacy, Mal Waldron, Horace Parlan, Charlie Mariano, Gary Peacock, Paul Bley, Arthur Blythe oder Ray Anderson. Nachdem die Universität 1990 mit neuen Plänen für den Keller des Haus Buhl auftrat, musste der Jazzclub dieses liebgewordene Domizil verlassen. Danach „nomadisierte“ der Club durch viele Heidelberger Häuser, mit einer längeren Phase im Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) und im „Unterwegstheater“. Seit dessen Renovierung ist wieder das DAI der zentrale Aufführungsort der Jazzclub-Veranstaltungen. Mit den aktuellen finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten können pro Jahr etwa 12 Konzerte von sehr guter Qualität angeboten werden.

Die Prinzipien der Jazzclub-Arbeit

– gleichberechtigt: Die Auswahl unserer Künstler treffen wir gemeinsam. Im Programmrat hören wir Demo-CDs und entscheiden, mit welcher Combo unser Vorstand Verhandlungen führt. Dabei sind auch die Geschmäcker innerhalb des Clubs durchaus unterschiedlich. Am wichtigsten für uns sind Qualität und Originalität der Musik.
– ehrenamtlich: Die aktiven Mitglieder organisieren Konzert, Werbung, Künstlerbetreuung und Getränkeverkauf und werden belohnt durch inspirierende und hochklassige Musik. Wir holen uns die Künstler/innen, die wir hören möchten und die sonst wahrscheinlich nicht in Heidelberg auftreten würden.
– verlässlich: Wir werden von deutschen und internationalen Agenturen und KünsterInnen als Vertragspartner geschätzt, weil wir ehrlich und zuverlässig sind. Wir verpflichten uns zum Zahlen fairer Gagen nach den Vorgaben des Landesjazzverbandes und wissen, dass man KünstlerInnen pflegen muss, weil Sie Hervorragendes leisten – und weil es schön ist, dass viele MusikerInnen immer wieder gerne zu uns kommen!

Unsere Konzerte

– professionell und originell: Die bei uns auftretenden KünsterInnen sind allesamt Profis ihres Faches und sind sowohl solistisch als auch als Team-Player konzertfest. Für uns ist neben dem Niveau auch wichtig, dass die Arrangements einfallsreich und der Anteil an Standards nicht zu hoch ist, weil wir gerne Originelles und Neuartiges zeigen.
– stilistische Bandbreite: wir wollen die Musik zu Gehör bringen, die über lange Jahre in Heidelberg außerhalb des Jazzclubs keine Stätte hatte: Modern Jazz, Free Jazz, Bebop, Hard bop, Cool Jazz, Ethnojazz und experimentellere Formen. Auch für interessante Mischformen sind wir zu haben (Latin Jazz, Folk Jazz, Electric Sound Grooves…).
– regional und international: Natürlich geben wir gerne herausragenden Talenten der Region ein Forum, ebenso deutschen Gruppen, wie auch international noch nicht so bekannten Formationen, die originelle Musik bieten.

Kooperationen

Seit Anbeginn suchen wir Kontakt zu anderen kulturellen Institutionen: Höhepunkte waren zum Beispiel die Zusammenarbeit mit dem Institut Francais (Louis Sclavis), mit der Deutsch-Indischen Gesellschaft (Zakir-Hussain-Ensemble), der Medizinischen Psychologie (Blacksea Trio/Pago libre), der Heiliggeist-Kirche (EVA-Quartett) und mit dem Kunstverein (Mani Neumeier/Hans-Carsten Raecke, Raummusik für Saxofone).Im Rahmen der Reihe „Jazz für Kinder“ der Baden-Württemberg-Stiftung und des Landesjazzverbandes haben wir 2008 bis 2010 Workshops und Konzerte für Heidelberger SchülerInnen organisiert.
Gerne nehmen wir Kontakt zu andere Kunstformen auf. Neben der Musik hatten wir auch schon Textsprecher auf der Bühne und Tanz zu improvisierter Musik. Zusammen mit dem DAI und mit dem Medienforum haben wir auch Vertonungen von Stummfilmen aufgeführt. Da wir keine Massen-Musik veranstalten und unsere Auswahl nicht anhand kommerzieller Erfolgsaussichten treffen wollen, sind wir auf die finanzielle Unterstützung öffentlicher Institutionen angewiesen (Stadt Heidelberg, Landesjazzverband).
Gerne nehmen wir auch private Spenden entgegen.

Kommentare sind geschlossen