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Luciano Biondini / Javier Girotto Duo Norbert Stein Pata Masters Arthur Blythe / Bob Stewart Duo Jutta Glaser Band Bartmes :: Cosmic Grooves Raummusik für Saxofone Karl Berger & Friends Zig Zag Trio Ein Phantastisches Filmkonzert im DAI Uli Partheils PLAYTIME Simon Nabatov - Ernst Rejseger - Michael Vatcher Matthias Schubert Quartett Geoff Goodman Quintett feat. Rudi Mahall Pago Libre Christopher Dell D.R.A. Trio in Treptow Erika Stucky & "Roots of Communication" Treya Quartett |
Mit Widerhaken gespickt Gemeinsam mit Ingrid Sertso und Omette Coleman hat er in den frühen 70er Jahren das Creative Music Studio in den USA gegründet. Vieles von der Grundidee dieser Einrichtung lässt Karl Berger in seine eigene Musik einfließen. Dieses Konzept basiert nicht zuletzt darauf, improvisierte und komponierte Musik, zeitgenössisch westliche und ethnische Traditionen aus'der ganzen Welt zusammenzuführen. Beim Heidelberger Jazzclub-Auftritt von Karl Berger & Friends im DAI gewannen solche Verschränkungen faszinierende Gestalt. Die Musik des aus Heidelberg stammenden Vibraphonisten und Pianisten, der nächste Woche 70 wird, scheint ein offen geknüpftes Netzwerk zu sein, worin Freies und Traditionelles ihren gemeinsamen Platz haben. Ein Netzwerk auch an lose verflochtenen, kleingliedrigen Motiven und Rhythmen, die sich wunderbar ineinander fügen. Das Freie bringen vor allem die beiden wunderbaren Rhythmusleute ins Spiel. Der Kontrabassist John Lindberg und der fabelhafte Schlagzeuger Bill Elgart bereicherten das Spiel mit komplexen und zugleich aufgelöst klingenden Rhythmen und filigranen Pulsationen. "Dance with it" sang Ingrid Sertso und ließ ihre Vokalismen dazu tanzen. Scattete gleichermaßen unbeschwert und fantasievoll, entspannt im Ausdruck. Das schwerelose Tanzen und Dahinfliegen ist ein wesentlicher Grundzug in der Musik dieses Quartetts. Die große Kunst dabei ist es, dass dies harmonisch und rhythmisch höchst anspruchsvoll erfüllt wird. Nicht selten greifen die Harmonien ins Atonale über. Von Thelonious Monk ist das Klavierspiel Bergers wesentlich beeinflusst. Mit Dissonanzen und sperrigen harmonischen Widerhaken ist dies reich gespickt, und doch swingt es immerzu. Bergers Spiel verliert sich nicht in Endlosigkeiten, dafür aber setzt der Musiker knappe, lakonische Phrasen auf die Tastatur, die ins Nirgendwo hinauslaufen und sich verflüchtigen. Und die gleichfalls in ihrer Reduziertheit sehr viel Expression zum Klingen bringen. Das Musizieren dieses hochkarätigen Quartetts ist von einer großen Offenheit, welche alleine schon die Kompositionen Bergers vorgeben. "Transit" zum Beispiel. Eine Offenheit, die mit spielerisch-heiterer, spontaner Lust reich erfüllt wird. Dabei reagieren alle sehr wach aufeinander. Das Klavier ist Bergers Hauptinstrument, das Vibraphon hat er sich später selbst beigebracht, das sei "nur eine Spielerei" wie er erzählte. Und doch ist es für ihn eine willkommene Erweiterung des Klaviers, in seinen Färb- und Ausdrucksmöglichkeiten. Rasante Läufe, lakonisch aufs Vibraphon hingetupft, nuancenreich abgedämpft - an Klangmöglichkeiten entwickelt Berger starke Expression. Die Farbvarianten werden wesentlich erweitert, wenn Ingrid Sertso im Unisono mit Bergers Spiel zu scatten beginnt. Eine sehr stille, intime Interpretation erfuhr der alte Standard "What a wonderful day": samtig gehaucht und tief bückend. |