Soweit nicht anders angegeben, stammen die Artikel aus der RNZ (Rhein-Neckar Zeitung)
Luciano Biondini / Javier Girotto Duo

Norbert Stein Pata Masters

Arthur Blythe / Bob Stewart Duo

Jutta Glaser Band

Bartmes :: Cosmic Grooves

Raummusik für Saxofone

Karl Berger & Friends

Zig Zag Trio

Ein Phantastisches Filmkonzert im DAI

Uli Partheils PLAYTIME

Simon Nabatov - Ernst Rejseger - Michael Vatcher

Matthias Schubert Quartett

Geoff Goodman Quintett feat. Rudi Mahall

Pago Libre

Christopher Dell D.R.A.

Trio in Treptow

Erika Stucky & "Roots of Communication"

Treya Quartett

Surrealer Groove-Trip
"Bartmes - Cosmic Grooves" beim Heidelberger Jazzclub im DAI (am Mittwoch, 04.05.2005)
Von Rainer Köhl

Retrosounds mit neuen musikalischen Impulsen zu verknüpfen, damit hat sich Jo Bartmes einen exzellenten Namen in der Jazzszene geschaffen. Den nostalgischen Klang der Hammondorgel hat der Heidelberger Keyboarder mit ungewöhnlichen Sounds konfrontiert und für die Clubmusic hoffähig gemacht. An experimentellem Geist hat es ihm dabei nie gemangelt - mit seinem jüngsten Projekt "Cosmic Grooves" ist er noch einen entscheidenden Quantensprung kühner geworden. Musikalisch abstrakter, untergründiger und auch clubbiger, was sein Auftritt beim Heidelberger Jazzclub im DAI deutlich machte. Als wichtigen Mitspieler hat Bartmes nun das Notebook mit an Bord geholt. Darauf hat er fantasievolle Samplings generiert und abgespeichert, die er als Loops abruft und damit sein Orgelspiel grundiert. Brodelnde Bassgänge und hibbelige Gitarrenläufe überlagern sich zu Endlosschleifen, wobei Bartmes an dem Ostinaten, Repetitiven auch für seine Orgelfiguren großen Gefallen findet. Ergebnis solcher Schichtungen ist ein Groove, der ebenso subversiv und entspannt wie erregend daherkommt.
An Effektgeräten hat Bartmes immer schon gerne herumgeschraubt und an seinem Notebook und Soundgeneratoren wurde er nun glatt zum DJ. Schwurbelige, zischende Sounds aktivierte er daraus, eine Vielzahl dunkler Ambientklänge. Dazu flocht er sich ein mit seinem Orgelspiel, verbiss sich in langen Repetitionen und großen Steigerungen, klinkte sich wieder aus, um nur noch die Samplings weiter tönen zu lassen. Maschinenmusik und individuell geformte Musik im spannenden Dialog. Eben solche Zusammenklänge vereinte Schlagzeuger Holger Nesweda höchst fesselnd in seinem Spiel. Die komplexen asymetrischen Rhythmen des drum&bass brachte dieser mit locker federndem Puls in Fahrt, ungemein variantenreich, erregend trommelnd. Nicht nur das Leslie-Horn im Lautsprecher der Hammond-Orgel drehte sich ausdauernd, auch der Diakünstler Genelabo ließ kleine Spiegel vor der Projektor-Linse rotieren, um seinen Dia-Visuals die starke Dynamik zu geben. Ähnlich groovig rhythmisiert wie die Klänge flackerten die Bilder - felsige Bergeshöhen oder Wüstenlandschaften mitsamt skurril umgebauten Fahrzeugen. Surreale Sounds und ebensolche Bilder - ein dunkler, delirienhafter Trip, der mächtig kosmischen Groove hat.