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Jazzballaden von Fauré
Auf der Suche nach neuem Material und neuen Strukturen sind die Jazzmusiker längst schon in der Klassik fündig geworden. Das Treya Quartet, das diesen Sonntag beim Jazzclub Heidelberg gastiert, ist an harmlos dahinswingenden Klassikern nichts gelegen. Für ihren subtilen Kammerjazz hat das Quartett mit Gabriel Fauré eine ideale Vorlage gefunden. Die vorimpressionistischen Stimmungen des französischen Spätromantikers interessieren sie zum einen, zum anderen ist es die zarte Lyrik seiner Lieder, die sie instrumental faszinierend umsetzen. Auf ihrer CD-Einspielung "The Treya Quartet plays Gabriel Fauré" (Appassionato CDX -49802) sind es neun Lieder und die instrumentale "Pavane", die hier in neue Dimensionen geraten. Das ruhige Liedhafte wird dabei in Jazz-Balladen übertragen, die Harmonik ist nicht selten subtil ausgeweitet. Wunderschön schwingt das Lyrische der Fauré-Lieder ins Weite. Die melodischen, nächtlichen Elegien von Paolo Fresus gestopfter Trompete, die glockenhaften Klavierklänge von Peter Waters, der warm schwingende Bass von Tony Overwater und das dezente, atmospärische Schlagzeugspiel von Gilbert Paeffgen verbreiten eine balladeske Stimmung von schönster Intimität. Der lyrische Zauber des Franzosen wird wunderbar vertieft, bekommt eine eigene Note verliehen. Schöne Momente entstehen dabei, wenn Paolo Fresu die Gesanglichkeit in ruhigen Elegien weiterspinnt und sie in melodisch labyrinthische Gänge führt. Harmonien und Strukturen öffnen sich, schwingen aus ins Freie. |