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Stimmung im Supermarkt
Geoff Goodman Quintett beim Heidelberger Jazzclub im DAI
Von Rainer Köhl

Mit Archie Shepp und John Abercrombie hat er ebenso schon gespielt wie mit der Weltmusik-Formation "Embryo". In seinen eigenen Projekten ist der amerikanische Gitarrist Geoff Goodman durchaus Avantgardistischem aufgeschlossen. Sei es in seiner Band "Le Petit Chien" oder in seinem Quintett. Mit letzterem gastierte der in Deutschland lebende Goodman nun beim Heidelberger Jazzclub im DAI. Ein Faible für intensive Melodien hat der Gitarrist allemal, das hörte man in seinen Kompositionen. Melodien, die sich gespannt ineinander verflechten, Motive und Ostinati, die sich dicht verzahnen zwischen Altsaxophon, Bassklarinette und Gitarre. "Tengelmann Gals" hieß eine Goodman-Nummer: die Mädels vom Supermarkt kamen ganz schön tanzlustig daher. Gute Stimmung zwischen den Einkaufsregalen gab es mit dem rockigen Drive von Andreas Kurz (Bass) und Peter Perfido (drums) als Basis, und das hymnische, euphorische Thema sollte bald eine wilde Party starten.
Die Kompositionen des Gitarristen haben meistens einen selbsterlebten Bezug und so widmete er auch seinen Zahnfleisch-Problemen eine eigene Nummer: "These damn gums". Ein relaxed dampfender Blues, mit genüßlich gezupften Banjo-Klängen und lustvoll verzweigten Bläserlinien. "John Lennon" huldigte dem Beatles-Sänger balladesk, ließ Goodman seine gitarristischen Linien schweben und in schönen dreistimmigen Verflechtungen stille Intensität gewinnen. "Who is Heinz?" fragte der Gitarrist in einer weiteren Komposition. Wer Heinz ist, ist auch am Ende nicht klar geworden, wohl aber lernte man die Kunst von Altsaxophonist Felix Wahnschaffe kennen, der diese wirbelnde Bop-Nummer elastisch zu Sprudeln brachte. Das Abstrakte und Atonale füllte Bassklarinettist Rudi Mahall mit großer Expression, darin wusste er sich einig mit Goodman, der in seinen verwinkelten Bop-Läufen die harmonische Spannkraft seiner Themen austrug.