Soweit nicht anders angegeben, stammen die Artikel aus der RNZ (Rhein-Neckar Zeitung)
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Norbert Stein Pata Masters

Arthur Blythe / Bob Stewart Duo

Jutta Glaser Band

Bartmes :: Cosmic Grooves

Raummusik für Saxofone

Karl Berger & Friends

Zig Zag Trio

Ein Phantastisches Filmkonzert im DAI

Uli Partheils PLAYTIME

Simon Nabatov - Ernst Rejseger - Michael Vatcher

Matthias Schubert Quartett

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Pago Libre

Christopher Dell D.R.A.

Trio in Treptow

Erika Stucky & "Roots of Communication"

Treya Quartett

Die Avantgarde lernt das Tanzen
D.R.A. beim Heidelberger Jazzclub im DAI

Seine Kompositionen tragen keine Titel, sondern Nummern - zwischen "einunddreißig" und "neunundsiebzig" bewegen sich die Stücke, die der Vibraphonist Christopher Dell während des Auftritts seines Trios D.R.A. beim Heidelberger Jazzclub im DAI vorstellte. Widmungsträger für die Zahlenspiele hatte der Frankfurter Jazzmusiker gleichfalls jeweils parat: das konnten große Jazzmusiker ebenso sein wie Städte. So wie die Titel und Untertitel der Kompositionen, eben so ist auch deren klingender Inhalt: zwischen kühler Abstraktion und knapp aufblitzender Allusion an Ideen oder historische Stile schillerten diese unentwegt. Mit seinen vier Schlägeln klöppelte Dell Harmonien auf das Vibraphon, wie diese in keinem Lehrbuch stehen. Bei Stockhausen und Rihm hat er Meisterkurse besucht, in seiner Musik lässt er die Avantgarde virtuos das Tanzen und Swingen. Atonale Strukturen sind es meistens, die Dell auf Reisen schickte, so etwa in "Zweiundvierzig" mit dem Untertitel "Köln-Brüssel". Hochvirtuos durcheilt er seine melodisch und harmonisch komplexen Läufe, und nie weiß man so genau wo der Bebop anfängt und die Neue Musik aufhört. Komponiertes und Improvisiertes durchdringen sich unablässig, Grenzen sind dabei kaum erkennbar. Strenges und Anarchisches tönen hier im fliegenden Wechsel. Streng ausgetüftelte Strukturen rasen hochtourig dahin und bisweilen werden diese von ironisch aufgebrochenen Melodien oder Banalem übertüncht. Eine Musik, die zu gleichen Teilen intelligent und lustvoll, ebenso geistreich wie hintersinnig daherkommt.
D.R.A., das sind die Anfangsbuchstaben der drei Musiker. Christian Ramond spielt den Kontrabass und Felix Astor das Schlagzeug: matchartig ließen die drei ihre Strukturen hin und herfliegen, eng ineinander verzahnt und verflochten. Charles Mingus war "Achtundvierzig" gewidmet. Der Grundton dabei aber lief deutlich auf Monk hinaus. Verquere Bebop-Phrasen wirbelte Christopher Dell auf die Lamellen, um nach furiosen Läufen immer wieder in zart hingetupftem Balladesken zu landen. Das Tempo ist für Dell oft genug ein Gummiband. Unablässig dehnt und strafft er, mit traumwandlerischer Sicherheit reagieren seine Begleiter auf diese Elastizität. Der Stadt Ottawa war eine weitere Nummer gewidmet, ein harmonisch verwinkelter Blues mit Calypso-Einfluss. Und dazwischen dunkle, geheimnisvolle, irreale Harmonien. Kühne Gratwanderungen zwischen Unscharfem und Präzisem. Ebenso frei und abenteuerlustig wie recherchiert.